Geschichte


 

Die Anfänge

Im Jahr 2001 begann Christine Thomann gemeinsam mit ihrer Familie, Kinder und Jugendliche zu begleiten und zu betreuen. Den ersten Schritt machte die Familie, indem sie einer Jugendlichen ein Zimmer mit Familienanschluss in ihrem Haus zur Verfügung stellte. Kurz darauf fanden auch zwei Pflegekinder bei ihnen ein Zuhause, zunächst mit einer Bewilligung der Gemeinde. Bald kamen Tagespflegekinder hinzu, und der Wunsch, die Kinderbetreuung auf professionelle Beine zu stellen, wuchs. So fanden im Jahr 2002 erste Gespräche mit dem Kantonalen Jugendamt statt.

 

Das erste Haus

2005 wurde das Doppeleinfamilienhaus in Rohrbachgraben fertiggestellt. In der Altjahrswoche desselben Jahres konnte die Familie Thomann die erste Hälfte des Hauses beziehen und ihr neues Zuhause einrichten. Ein paar Wochen später war auch die zweite Wohnung bezugsbereit, und bald wurden Kinder für Wochenend- und Ferienaufenthalte aufgenommen. Zusammen mit ihrem Bruder, Beat Scheidegger, konnte Christine Thomann den Aufbau der Institution vorantreiben.

 

Offizielle Anerkennung und Expansion

Im August 2008 wurde der Trägerverein Oase gegründet, und das Kantonale Jugendamt Bern erteilte die Bewilligung zur Aufnahme von sechs Kindern. Aufgrund der steigenden Nachfrage wurde diese Kapazität im Jahr 2013 auf sieben Kinder erhöht, und im Mai 2014 erfolgte eine Ausnahmebewilligung für acht Kinder.

Mit dem kontinuierlichen Wachstum der Institution entschied die Familie Thomann, ein weiteres Haus für den privaten Gebrauch zu bauen, während das gesamte Doppeleinfamilienhaus ab dem 1. Januar 2015 an den Verein Oase vermietet wurde. Im Dezember 2014 wurde die Genehmigung zur Aufnahme von zwölf Kindern erteilt, und im August 2019 wurde die Kapazität auf 14 Plätze erweitert.

 

Erweiterte Angebote

Seit Sommer 2015 bietet der Verein Sozialpädagogische Familienbegleitung sowie Besuchsrechtsbegleitung an. Aufgrund zahlreicher Problemstellungen in Schulen wurden zudem zeitweise Klassen oder einzelne Schüler*innen im 1:1-Setting betreut.

Neben der Kinderbetreuung führte der Verein Oase seit 2009 auch individualpsychologische Beratungen für Einzelpersonen, Paare und Familien durch. Besonders die Eltern der betreuten Kinder konnten diese Angebote nutzen. Mit den neuen Regelungen des Kantons gerieten diese Leistungen jedoch zunehmend in den Hintergrund, da sie nicht mehr durch das KFSG finanziert wurden.

 

Neue Räumlichkeiten und Projekte

Aufgrund des Platzmangels wurden zusätzliche Räumlichkeiten gesucht. 2018 konnte das Pfarrhaus an der Kirchgasse 5 in Rohrbach angemietet werden, das seitdem als Standort für begleitete Besuche und das ambulante Team dient. 2022 wurde zudem eine Außenwohngruppe in Kleindietwil eröffnet, die insbesondere älteren Mädchen eine Vorbereitung auf das Erwachsenenleben bieten sollte.

 

Neue Leitung und weitere Entwicklungen

Am 1. Juli 2023 übergab Christine Thomann die operative Leitung des Haus Oase an Christoph Nützi. Unvorhergesehene Um- und Rückplatzierungen führten zu einer Durchmischung der Außenwohngruppe mit jüngeren Kindern, was neue Herausforderungen mit sich brachte. Aufgrund des ständigen Fachkräftemangels beschloss die Leitung zusammen mit der Trägerschaft, die Außenwohngruppe im Herbst 2024 zu schließen.

Zum Ende des Jahres 2024 legte Peter Herrmann, der seit der Gründung des Vereins als Präsident tätig war, sein Amt nieder. Am 1. Januar 2025 übernahm Christine Thomann das Präsidium des «Verein Oase». Nach mehreren Konzeptvorschlägen genehmigte der Kanton Bern im Frühjahr 2025 die Gründung einer Besonderen Volksschule, die im August 2025 im Pfarrhaus Rohrbach ihren Betrieb aufgenommen hat.